Besuch im CESE (Conseil Économique Sociale et Environnemental)

Am 10. Mai wurde ich von Raffaelle Manière in das Gebäude des CESE (Conseil Économique Sociale et Environnemental / dt. Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrat) eingeladen.

Der CESE ist ein Verfassungsgremium mit 233 Abgesandten aus Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und vielen Sozial- und Umweltverbänden. Die Hauptaufgabe des Rats ist die Beratung (bezüglich wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragen) der Regierung und des Parlaments und damit die Teilnahme an der Entwicklung der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik. Weiters ist es Aufgabe des Rats, den Dialog zwischen den verschiedensten Interessensverbänden zu fördern und deren unterschiedlichen Ziele und Wünsche auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Man könnte den CESE also als eine Art Sozialpartnerschaftsrat bezeichnen.

Raffaelle Manière, ihres Zeichens Generalsekretärin der CGT Region Jura, ist als Vertreterin der CGT im CESE. Sie lud mich ein, um an der Präsentation ihrer Projektarbeit zum Thema „Les temps de vie des femmes“ (frei übersetzt „Die Zeit der Frauen) teilzunehmen. Zu dieser Sitzung waren auch Mitgliederinnen der DDFE (Délégation aux Droits des Femmes et à l’Egalité / Delegation für die Rechte und die Gleichheit von Frauen) eingeladen. Hauptthese des Projekts ist es, aufzuzeigen, dass durch die Mehrfachbelastung der Frauen (Beruf, Familie, Engagement, Erholung, Zeit für sich) auch ihr Zeitmanagement ein Grund für die Ungleichheit von Frauen und Männern sind.

Seite für Seite des 200 Seiten Skripts wurden durchgearbeitet und diskutiert – einiges geändert. Eine sehr diffizile und aufwändige Arbeit. Für Raffaelle war diese Präsentation sehr wichtig, sie war auch sehr nervös, da sie nicht wusste, wie die anderen Frauen auf ihre Arbeit reagieren würden.

Vor dem Gebäude des CESE

Raffaelle Manière

Bei einem Mittagessen in der Kantine erzählte mir Raffaelle,  dass sie in der CGT eine Anlauf- oder Beratungseinrichtung für MitarbeiterInnen einrichtet, die sexuelle oder verbale Gewalt in der CGT erfahren haben. An der Konstruktion dieser Beratungsstelle sind eine paritätische Gruppe von Männer und Frauen beteiligt – sie haben starke Unterstützung von den Führungskräften der CGT, die sehr daran interessiert sind, dass es in der CGT einen respektvollen Umgang unter den Kameraden gibt.

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