Gewerkschaft in Südtirol, es kommt Licht ins Dunkel

Von der Einheitsgewerkschaft zu mehr als 100 Gewerkschaften im Italien von heute…….

Die Hälfte der Zeit hier beim ASGB (Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund) ist vorüber und schön langsam durchschaue ich das System der Gewerkschaftslandschaft hier in Italien. An diesen, meinen Erkenntnissen möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Der allgemeine italienische Gewerkschaftsbund wurde 1943 in Italien als Einheitsgewerkschaft gegründet. Die größte Kraft innerhalb dieser Arbeitnehmervertretung waren die Kommunisten. Die Gewerkschaft war zum Teil auch der verlängerte Arm der Parteien.

Mit Hilfe des Vatikans einten sich in den Jahren danach christdemokratische ArbeitnehmervertreterInnen innerhalb der Gewerkschaft, in den „katholischen Verband für Werktätigen (KVW)“.

Ende der 40er zerfiel diese Einheitsgewerkschaft aufgrund unterschiedlicher Sichtweisen in drei konföderierte (nationale) Gewerkschaften.

Die Größte – AGB/CGIL (allgemeiner Gewerkschaftsbund) war und ist bestrebt sich aktiv in die Gesetzgebung einzubringen und bildete den linken Flügel ( 2/3 kommunistisch, 1/3 sozialistisch) der ArbeitnehmervertreterInnen.

In der SGB/CISL (Südtiroler Gewerkschaftsbund) formierten sich die christdemokratischen GewerkschafterInnen die ihren Schwerpunkt, damals wie heute, in die Arbeit auf innerbetriebliche Ebene legten.

Als kleinste dieser nationalen Gewerkschaften agiert die SGK/UIL (Südtiroler Gewerkschaftskammer).

Es gab immer wieder Bestrebungen diese Arbeitnehmervertreter wieder zu vereinen. Bis Anfang der 80er gelang dies im übergeordneten Dachverband der Gewerkschaftsbünde, der letztendlich aufgrund großer Meinungsunterschieden zerfiel.

Heute gibt es zu den drei großen konföderierten Gewerkschaften viele kleinere autonome Gewerkschaften auf unterschiedlichen Ebenen. Der Artikel 39 der italienischen Verfassung besagt, dass jeder frei ist eine Gewerkschaft zu gründen und die Gewerkschaft einen öffentlich-rechtlichen Charakter hat- was so nie angewandt wurde. Aufgrund dieser Bestimmung gibt es unzählige kleine regionale oder lokale aber auch speziell auf Berufsgruppen oder Branchen ausgerichtete Gewerkschaften.

Der ASGB ist durch den Südtiroler Landtag im Jahr 1978 ( Art. 9 DPR Nr. 58/1978) als repräsentativste Gewerkschaft zur Vertretung für die deutsch- und ladinisch sprechenden ArbeitnehmerInnen in Südtirol bestimmt.

Aufgrund dieser Regelung ist der ASGB kraft Gesetz kollektivvertragsfähig. Die anderen Gewerkschaften müssen sich aufgrund einer bestimmten Mitgliederstärke für die Kollektivvertragsverhandlungen legitimieren.

Eine Gewerkschaft, unterschiedliche Ansichten, 100e Vertretungen                        Es geht spannend weiter, Fortsetzung folgt…

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