Keine Fotos erlaubt!

Rauma shipyard, etwa 2,5 Stunden von Helsinki entfernt, war Gestern unser erstes Ziel.

Oskari Ollikainen, ein Organizer von Metalli empfängt uns vor dem Haupttor. Hier, in dieser Schiffswerft gibt es 2 neue Projekte die es vorher so noch nicht gab. Zum einen gibt es hier zum ersten Mal verschiedene Subfirmen die hier am Standort gemeinsam an Schiffen bauen, und zum anderen sind nicht alle dieser Firmen organisiert.

Und da kommt Oskari ins Spiel. Er wurde von der Gewerkschaft geschickt um hier die verschiedenen Firmen zu organisieren, damit sie alle an einem Strang ziehen. Wichtig ist jedoch auch, das alle wissen das sie die gleichen Rechte haben. Dieses Projekt, für mehr als ein Jahr, einen eigenen Organizer, fix in eine Firma abzustellen, ist auch hier neu. Es soll heuer noch mit dem Bau von 4 Kriegsschiffen für die finnische Marine begonnen werden. Wie gesagt, keine Fotos erlaubt.

Am Nachmittag führt uns unser Weg nach Olkiluoto genauer gesagt zum dortigen Nuklear Power Plant.

Sehr große Sicherheitsvorkehrungen herrschen hier. Zuerst bekomme ich eine Führung durch das Besucherzentrum, das wie ein Museum für Atomenergie aufgebaut ist. Mir werden hier unter anderem die Brennstäbe gezeigt die zum Einsatz kommen und die Behälter in denen sie dann entsorgt/gelagert werden.

Host Janne Vainio und Martti Ylijärvi, ein Organizer und ein Health and Safty Manager, fahren mich auf das Gelände, in dem, 2 in Betrieb stehende Reaktoren stehen und der 3 gerade in der Endphase der Fertigstellung ist. Geplant war für den dritten Reaktor ein Budget von 3,5 Milliarden Euro, man ist jetzt schon bei über 12 Milliarden! Auch in der Bauzeit ist man schon Jahre drüber.

Nach dem Anziehen der Sicherheitsausrüstung dürfen wir die Baustelle betreten. Es arbeiten hier zurzeit etwa 2300 Arbeiter an der Fertigstellung. Darunter auch 24 Kollegen aus Österreich. Kollege Josef Strasser von der Firma Bilfinger ist schon 10 Jahre hier.

Mir wird hier wirkliches alles gezeigt. Die riesigen Pumpen, die größten Turbinen die je in ein Kraftwerk verbaut wurden, die zum Glück für mich, noch offen waren und ich ihr Innenleben sehen konnte, bis hin zu den meterdicken Stahlbetonwänden die sogar den Einschlag eines Flugzeugs standhalten. Das Wasser zur Kühlung der Brennstäbe wird aus dem danebenliegenden See gepumpt und danach etwa 10 Grad wärmer wieder zurückgeführt. Es stehen hier 6 solcher Pumpen, die dann im Betrieb je eine Durchflussleistung von 6 Kubikmeter Wasser in der Sekunde haben. Zum Schluss unseres Rundgangs gehen wir in das Innere des Reaktors.

Wenn man dann in dem Raum steht wo später tödliche Bedingungen herrschen, beginnt man schon nachzudenken.

Ein langer Tag geht zu Ende, und ein herzliches Dankeschön an Metalli, die mir diesen Tag ermöglicht haben.

 

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