Tag 11 – Typisches „Mani-Chaos“

Ja meine Beziehung zu öffentlichen Verkehrsmittel! Mein Ausflug am 3. Mai sollte eigentlich nach „Södertälje Syd“ gehen. Ich ging meines Erachtens bald genug außer Haus um den Zug zu finden. Mein Ticket hatte ich ja schon.

Der Bahnhof „Sthlm Central“ ist jedoch riesig und ich fand diesen Zug einfach nicht. Hier wird nur die Zugnummer angezeigt. So suchte ich also nach „SJ, Regional, Tag 123“. Leider befand ich mich jedoch auf einem im Bahnhof integrierten eigenen Bahnhof für die Verbindung zum Flughafen. Als ich dann doch herausfand, dass ich hier falsch war fand ich den Zug und er fuhr genau vor meiner Nase davon! Ja echt!

Sofort stieg ich in ein Taxi und ersuchte den Fahrer mir zu helfen und Gas zu geben! (Bewusst wählte ich dieses Taxiunternehmer, da sie die einzigen sind, die eine Gewerkschaft haben). So wurden aus 55kr über 800kr (statt € 5,50 → € 80,-).

Jedoch der netteste Taxifahrer der Welt! Er erklärte mir auf dem Weg, was sich nicht alles in dieser tollen Industriestadt befindet, bot mir an mit meiner Kontaktperson zu telefonieren um mir Schwierigkeiten zu ersparen und lies mich schon auf der Autobahn bezahlen und nicht erst bei unserer Ankunft. Endlich angekommen bedankte ich mich und machte mich auf die Suche nach Therese, die mich schon erwartete.

Therese…

Therese ist eine sehr nette und liebeswürdige Person, ein bisschen größer als ich und nebenbei die Präsidentin des „youth committee“ in Schweden (Siehe Tag 4).

Nach einer schnellen Begrüßung brachte Therese mich in ihre Firma namens „AstraZeneca“. Ein Unternehmen, welche Tabletten in allen möglichen Varianten herstellt.

Gleich zu beginn, durfte ich bei einem „Club-Meeting“ (ich nenne es „Betriebsratssitzung„) beisitzen. Ich stellte mich vor und erfuhr, wie die Struktur dieses Clubs im Betrieb so läuft. Einmal in der Woche treffen sich die IF-Metaller der „AstraZeneca“ um die aktuelle Lage zu besprechen.

Gewerkschaft der Arbeitgeber…

Sie sind nicht die einzige Gewerkschaft, weiteres hat auch die Gewerkschaft der Manager und Geschäftsführer hier ihren Platz. Ja wirklich! Es ist nicht leicht, mit ihnen zusammenzuarbeiten aber manchmal stehen sie auf derselben Seite und kämpfen miteinander. Wie dies genau funktionieren soll, kann ich nicht sagen und vor allem kann ich mir nichts darunter vorstellen! Im Anschluss durfte ich Verhandlungen mit der obersten Front miterleben. Leider in der schwedischen Sprache, jedoch wurde mir alles später in Englisch wiedergegeben.

Firmenbesichtigung…

Therese zeigte mir ein paar Teile der Fabrik. Ein langer Prozess in die eigentliche Produktion zu kommen. Mindestens 20 Sekunden die Hände waschen, einen Ganzkörperanzug tragen, ein Haarnetz (und für Männer eine zusätzliches Bart-Netz) aneignen, eigene zur Verfügung gestellte Socken anziehen und Stahlkappenschuhe, die davor und danach desinfiziert werden müssen anziehen. Wie in vielen Betrieben, gibt es eigens gekennzeichnete Gehwege und mir war es leider nicht möglich, die Maschinen näher zu betrachten (wegen der Linien).

Hier an dieser Stelle muss ich anmerken, dass in diesem Betrieb alles sehr fortschrittlich und modern ist. Sogar die Reinigungskräfte haben einen Computer an ihrem Wagen befestigt??? Hm. Trotzdem hatte sehr viel Spaß an diesem Tag, jeder war sehr bemüht um mich und ich durfte sehr viel lernen über das System, Leasingarbeiter und Karenzzeiten. Meine schwedischen Kenntnisse wurden auch vergrößert und verbessert.

Die Heimfahrt….

Die Fahrt zurück nach Stockholm (diesmal mit dem Zug) war für mich sehr unangenehm, da der Zug zwar pünktlich kam aber zu spät in Stockholm eintraf. Das waren mit Abstand die schlimmsten 16 Minuten meines Lebens, da ich glaubte die Ausstiegsstelle versäumt zu haben. Ich fragte eine kleine Gruppe im Zug, wo wir jetzt sind und ob die nächste Haltestelle „Stockholm Centrale“ sei. Sie fanden das anscheinend lustig und erzählten mir, ich sei in einer Stadt irgendwo im Norden Schwedens. Ich bekam Panik und sie klärten mich auf! Als ich dann endlich ausstieg, benötigte ich eine Weile um mich zu orientieren und bemerkte wie falsch ich in der Früh unterwegs war.

Feierabend…

links oben mein Zuhause

Ich beschloss nach diesem anstrengenden aber lehrreichten Tag in die Stadt zu gehen und mir ein Bier zu gönnen. Ich irrte 2 Stunden in Stockholm umher um noch einen geeigneten Platz in der Sonne zu finden. Ich landete schlussendlich in der Altstadt und genoss die letzten Sonnenstrahlen bevor ich mich auf den nächsten Tag vorbereitete.

Mani

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