Tag 17 – Botschaft, SSU, Stammtisch

Am frühen Morgen habe ich mich mit Erik an der „T-Central“, eine U-Bahnstation getroffen. Eigentlich viel zu früh. Wir hatten beide eine andere Zeit im Gedächtnis. So gingen wir Frühstücken.

Links: Botschafter, Rechts: Erik Dullbo

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zur österreichischen Botschaft in Schweden. Leider sind wir jedoch nicht im richtigen Gebäude gelandet. Wir befanden uns bei der österreichischen Verteidigung. Ja etwas schräg, weil dort keiner der deutschen Sprache mächtig war. Endlich dort angekommen wurden wir gleich freundlich empfangen und der Botschafter Arthur Hermaden-Winkler begrüßte uns herzlich. Ich durfte hinter die Kulissen blicken und habe nun einen genaueren Einblick in das Leben eines Botschafters. Armer Erik, er saß neben uns und verstand kein Wort. Jedoch war das total in Ordnung für ihn und es tat echt gut mit jemanden wieder in der deutschen Sprache zu sprechen. Ihr könnt euch noch erinnern (Siehe Tag 2)? Erik ist groß!

Nach unserem Meeting gingen Erik und ich essen und ich versuchte die letzten 2 Stunden in Englisch Revue passieren zu lassen. Zu meinem Erstaunen hat das sehr gut geklappt.

SSU

Nach dem Mittagessen durfte ich die SSU besuchen. Eine eigenständige Jugendorganisation von den Sozial Demokraten in Schweden. (Kongress und Wahl alle 2 Jahre). Ein tolles Büro → Siehe Bild. Hier in Schweden spricht man von der Jugend bis sie 30 Jahre alt sind. Das gilt für jede Gewerkschaft und auch für die SSU. Alle 6 Wochen findet hier eine Sitzung statt. Hier arbeiten die SSU und die LO (Dachgewerkschaft) sehr eng zusammen, auch in der Öffentlichkeit.

Es ist kein Geheimnis, dass pro Mitglied vier schwedische Kronen an die Partei bezahlt werden → pro Jahr also € 0,40. Dafür stehen die Sozialdemokraten für die LO, also Dachgewerkschaft ein und versuchen die Forderungen ins Parlament einzubringen und natürlich auch umzusetzen. Warum genau die Sozialdemokraten? Weil auch die Gegenseite eine gewisse Partei fördert und dort verankert ist. Würde die LO also nicht die Sozialdemokraten fördern, hätten sie keinen Einfluss in die Politik, welche sie aber benötigen um Gesetze (auch Kollektivverträge) und dergleichen umzusetzen. Nicht einfach, unser System mit den verschiedenen Fraktionen und Arbeiterkammer in der englischen Sprache zu erklären. Ich bin schon gespannt, wie mir die LO ihr System erklären wird (Termin 11.05).

Am meisten gefiel mir jedoch die Kampagne: „De fick jobba sex timmar med full lön!“ → was so vieles bedeuten soll wie: 6-Stundentag bei vollem Lohnausgleich!

Stammtisch 🙂

Am Abend durfte ich viele Leute kennenlernen bei dem wöchentlichen Stammtisch im „Hubertus“. Jeden Dienstag treffen sich hier verschieden Gewerkschafter, Sozialdemokraten (unter anderem auch Parlamentsabgeordnete) und deren Premierminister. Seine Uhr ist in die Geschichte eingegangen und hat eine große Bedeutung für den Besitzer dieses Lokals. Zu meinem Erstaunen, trinkt hier jeder das Niederösterreichische Bier namens „Hubertus“. Nun weiß ich auch warum. Das schwedische Bier entspricht nicht meinem Geschmack und die Schweden sind auch meiner Meinung. Es war ein toller und vor allem sehr lustiger Abend.

Mani

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