Tag(e) 6-8 Willkommen in der Realität!

Am Freitag hatte ich gemischte Gefühle. Ich unterhielt mich mit Magnus. Ich würde ihn als internationalen Sekretär bezeichnen. Doch Magnus meinte, dass dies ein anderes Gebiet sei.

Magnus arbeitet viel im Ausland und hat schon einiges gesehen. Er hilft anderen Ländern eine Gewerkschaft aufzubauen und begleitet diese. Seine Arbeit ist nicht ungefährlich, da er mit Ländern zu tun hat, wo Gewerkschafter verfolgt und ermordet werden. Er kommuniziert mit verschlüsselten Mails und präsentierte mir seine Texte. Leider durfte ich dies nicht fotografieren aber damit ihr euch etwas darunter vorstellen könnt→ „nkjdlahjskdjfil8929843jgdkog=hfdjs?jdlsh%hdk“  und das Seiten lang. Magnus erklärte mir, dass sie auch viele Informationen schmuggeln müssen, wie etwa einen Mini USB-Stick im Mund zu verstecken.

Warum die Menschen in diesen Ländern trotz den Umständen eine Gewerkschaft aufbauen wollen? Weil sie nichts mehr zu verlieren haben. Die Eltern sitzen im Gefängnis, die Kinder wurden ihnen weggenommen und die Freunde wurden ermordet. Das ist die harte Realität im 21. Jahrhundert! Ich erfuhr noch viele weitere Dinge, die mich zu tiefst schockierten und mir bewiesen, welches Glück ich habe in Österreich zu leben und dort zu arbeiten. Auch Magnus trifft es hart, da er dies mit ansehen muss und nicht immer gleich Ergebnisse zu sehen sind. Meist erst Jahre später. 90% finanziert dabei der Staat und so gibt es strickte Anweisungen und Regeln die zu befolgen sind.

Nach einem Meeting mit der LO (Dachgewerkschaft) fuhren Erik und ich nach Süd-Stockholm. Unser Plan war sich mit Erik´s Freundin und Bekannten zu treffen und gemütlich ein Bier zu trinken, doch wir fanden keinen Platz, da die Studenten in Stockholm gerade ihren Abschluss feierten. Also gingen wir in ein etwas teureres Ambiente namens „Himlen“. Die Aussicht war grandios und der Preis dementsprechend hoch. Hier kann man allerdings nur mit Karte bezahlen. Ein extra Schild wies darauf hin, dass Barzahlungen nicht möglich sind.

Ich beschloss etwas früher nach Hause zu fahren und machte mich gottseidank nicht alleine auf den Weg zur U-Bahn! Ihr wisst ja, dass ich meistens nicht dort ankomme, wo ich gerne hin möchte.

 

Samstag beschloss ich aus zu schlafen und genoss die Ruhe. Ich unterhielt mich eine Zeit mit meinem Kollegen Laufi, da er mich demnächst besuchen kommt. Am Abend bei Sonnenuntergang ging ich eine Runde in dem Park, der neben meiner Unterkunft angesiedelt ist. Zu meinem Erstaunen, sah ich sehr viele Sportwagen und ein paar Oldtimer, entweder lebe ich in einem sehr reichen Viertel oder an diesem Tag war eine Auto-Veranstaltung.

Mani                 Stockholm                                                                                           Kevin allein in New York

Sonntag beschloss ich die Stadt ein wenig näher kennenzulernen. Ich machte mich auf den Weg ins „Espresso hus“ und begann mir meine Route vorzubereiten. Als ich so herum schlenderte fiel mir auf, dass nicht alle Geschäfte sonntags geschlossen haben. Abgesehen von den Lebensmittelgeschäften hatten einige Einrichtungsunternehmungen und Sportgeschäfte offen. Weiteres war ich schockiert, bei 7 Grad so freizügige Menschen zu sehen (Minirock). Ich wiederhole: 7 Grad! Für mich war es mit Pullover und Winterjacke gerade mal recht.

Ich marschierte in den „Kungliga Humlegarden“. Die weitläufige Grünfläche am Rande der Innenstadt verspricht mit ihren Schatten spendenden Bäumen, Skulpturen, Wiesen und Spielplätzen (darunter auch ein Skater Park) Erholung pur. Hier blieb ich eine Zeit lang sitzen, als ich bemerkte, dass ich mich direkt neben der königliche Bibliothek und der schwedischen Nationalbibliothek befand, deren gläserner Niedergang die Besucher 40 m in die Tiefe führt, wo das fünf Stockwerk hohe Bücherarchiv in den Fels gehauen wurde. Sehr empfehlenswert!  

Nach einiger Zeit machte ich mich auf den nach Hause Weg. Ich beschloss, die 2 km mit der U-Bahn zu fahren, einfach um zu sehen, ob ich es schaffe. Zu meinem Glück wohne ich Nähe der Central-Station. Jede U-Bahn kreuzt diese Station, also dürfte es einfach für mich sein. Zu meinem Bedauern landete ich auf einem Bahnhof, es hat eine Zeit gedauert bis ich rausfand, dass die U-Bahn-Station nicht Metro-Station genannt wird, sondern alle als Bahnhof bezeichnet werden. Ich habe es geschafft! Ich muss zugeben, Stockholm gefällt mir sehr. Aufgrund meines engen Zeitplanes ist es mir leider nicht möglich, auch unter der Woche die Schönheit dieser Stadt zu erkunden.

 

Mani

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