Tag(e) 25-27 – IF-Metall-Kongress

Freitag gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Kongress, welcher in einem Hotel stattfand.

Erik organisierte mir Kopfhörer, die ich benötigte um den Inhalt in Englisch übersetzt zu bekommen. Der Kongress startete mit einer Rede des IF-Metall Präsidenten. Im Anschluss gab es noch sehr viel Musik und wirklich gute Bands, welche die ganze Menge sehr begeisterten. Jeder einzelne stand auf und tanzte im Kongresssaal. Kabarett und weitere Attraktionen standen auf dem Programm. Ein toller Start!

Die Suche beginnt…

Viele internationale Gäste wurden eingeladen, auch Österreich war mit unserem Vorsitzenden der Gewerkschaft PRO-GE→ Reiner Wimmer in Begleitung von Martina Schneller vertreten. So machte ich mich also auf die Suche nach Reiner. Leider ohne Erfolg. Da jeder Sekretär aus der Zentrale in Stockholm eingeteilt wurde, ging es ziemlich stressig zu und leider fand keiner die Zeit mir bei meiner Suche zu helfen. Erfolglos für mich ging der Tag vorüber. Nach einem Gute-Nacht-Drink gingen wir ins Bett, da der nächste Tag sehr anstrengend werden würde.

Rede von Kollegin aus Bangaldesch

Samstag startete der Tag mit einem Frühstück. Gleich zu Beginn hielt die Präsidentin einer Gewerkschaft in Bangladesch eine emotionale mitreißende Rede, welche mit tobenden Applaus und Standing-Ovation belohnt wurde. Sie betonte sehr stark, dass ihr Land auf internationale Hilfe angewiesen ist und wie wichtig internationale Kontakte und Zusammenarbeit sei.

Darauffolgend begann die Wahl bezüglich der neuen Präsidentin der IF-Metall. Ja, richtig gelesen. Ich durfte an einem historischen Moment teilnehmen, wo zum ersten Mal in der Geschichte der IF-Metall eine Frau (Maria) als Vorsitzende gewählt wurde. Maria wurde regelrecht gefeiert!

Noch weitere Wahlen folgten und die Antragsdiskussionen begannen. Samstag ist der härteste Tag an dem alle 3 Jahre stattfindenden Kongress. Hier wird bis in den frühen Morgen diskutiert, und so kam auch der Antrag: der Kongress solle nicht 4 sondern 5 Tage stattfinden und vom Wochenende in die Arbeitswoche verschoben werden. Dem wurde zugestimmt. Weitere Themen wie etwa Gender-Mainstreaming und Gleichberechtigung, sowohl Mitgliederwerbung und Geldvergaben wurden diskutiert und beschlossen. Der Tag endete um 01:00 Uhr morgens und der Tag danach wurde früher angesetzt, da sie nicht fertig wurden.

…die Suche geht weiter…

Während des Kongresses hatten die internationalen Gäste Seminare und Firmenbesichtigungen und so hatte ich nicht dauerhaft eine Übersetzerin. Ich bin ja schließlich kein internationaler Gast, ich bin lediglich ein Gast.

Ich verließ ca. alle 1,5 Stunden den Kongresssaal um meinen Kollegen Reiner zu finden. In der Mittagspause stellte ich mich eine Stunde zu der Treppe, welche in den Saal führt und versuchte meine Gefährten aus Österreich zu finden. Am Nachmittag zeigte ich allen möglichen Mitarbeitern der IF-Metall ein Foto von Kollegen Wimmer und fragte, ob sie wüssten wo die beiden sich gerade aufhalten würden. Die Antwort war immer dieselbe: Ja ich habe Reiner gesehen, aber ich weiß nicht wo er sich gerade befindet.

Ok, kann ja nicht so schwer sein bei ca. 1.000 Leuten lediglich 2 Personen zu finden.

Um 22:00 Uhr gab ich auf und bereitete mich auf mein Bett vor. Ohne Übersetzung bis 01:00 Uhr morgens hätte ich nicht viel anfangen können.

Sonntag waren am Vormittag gewisse Jugendthemen an der Reihe. Beispielsweise der Alkoholkonsum. Eine heftige Diskussion entstand, die Jugend hat kein Problem an Veranstaltungen zu trinken, lediglich sollte es nicht mit Mitgliedergeldern bezahlt werden. Der Antrag wurde abgelehnt.

…wer suchet, der findet (nicht)…

Zwischendurch versuchte ich wieder Reiner zu finden. Ohne Erfolg! Es kann doch nicht so schwer sein oder?

Der Moment, wenn drei Österreicher in Schweden an der gleichen Veranstaltung teilnehmen und es nicht möglich ist einander zu treffen?! „Reiner Wimmer → Most wanted!

Mich sprachen schon Leute an, die ich davor noch nie getroffen hatte, ob ich ihn schon gefunden habe. Nein! Am späten Nachmittag wurde mir dann mitgeteilt, dass Reiner und Martina schon am Samstag abgereist sind. Toll!

Später ging ich noch mit den „Jugendlichen“ (27-36 Jahre) etwas trinken und machte mich bereit für die „Congressparty“. Ich durfte am Tisch von „Primeminister Stevan Lövken“, der neuen Präsidentin Maria, internationale Gäste aus den USA, Bangladesch, Süd Amerika und diversen Parlamentsabgeordneten Platz nehmen. Meine Freude hielt sich in Grenzen, da ich mein Butterbrot nicht mit den Fingern essen konnte, die einzige war, die keinen Wein trank und meine Kleidung nicht dementsprechend angepasst war.

Trotz all dem hatte ich sehr interessante, lehrreiche Gespräche. Später gab es Live-Musik und ich hatte einen netten Abend mit all den Sekretären, dem Jugend-Komitee und meinem neuen besten Freund aus Brasilien.

Mani

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